Colloque – Karolingische Klöster. Wissenstransfer und kulturelle Innovation

Das Kloster Lorsch verfügte in der Karolingerzeit über eine Art „patristische Zentralbibliothek“ und repräsentierte damit einen Idealbestand vor allem des spätantiken Wissens. Die Rekonstruktion des Lorscher Skriptoriums und der Klosterbibliothek verdeutlichen, in welchem Maße die zeitgenössischen Rezipienten auf das karolingische Wissenssystem einwirkten und die Vermittlung von Wissen steuerten. Für den Verlauf der Tagung haben wir vier Sektionen vorgesehen. Die erste Sektion wird sich mit den literarischen Rezeptionspraktiken, das heißt mit der Entstehung der karolingischen Literatur aus dem antiken und spätantiken Reservoir befassen. Die karolingischen Bibliotheken als Wissensspeicher und Wissensordnungen werden in der zweiten Sektion thematisiert. Die dritte Sektion mit dem Titel „Zeichen, Schriften, Artefakte“ stellt die karolingischen Handschriften und die Schriftentwicklung am Oberrhein in den Mittelpunkt. Die vierte und letzte Sektion fragt hingegen nach den Trägern und Akteuren der karolingischen Klosterlandschaft. Ein Konzert des Ensembles „Ordo virtutum“ (Direktor Prof. Dr. Stefan Johannes Morent) wird einen Einblick in die mittelalterliche Aufführungspraxis geben und das Programm der Tagung abrunden.

Programme :

31. Oktober 2012



14.00-14.30 Uhr : Begrüßung
Karl Weber, Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen
Hermann Schefers, Leiter der UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch
Markus Hilgert, Sprecher des Heidelberger SFB 933 « Materiale Textkulturen »

Stefan Weinfurter, Heidelberg – Einführung

1. Sektion: Literarische Rezeptionspraktiken
Leitung: Walter Berschin, Heidelberg


14.30-15.15 Uhr : Ulrich Eigler (Zürich) – Überlieferung durch die Hintertür? Die Tradition klassischer lateinischer Autoren als Rekonstruktion des Wissenshintergrunds der Kirchenväter
15.15-16.00 Uhr : Matthias M. Tischler (Dresden) – Wissensspeicher oder frühes karolingisches Literaturzentrum? Kloster Lorsch im gelehrten Netzwerk von Kirche und Königshof im 8. und 9. Jahrhundert
16.00-16.30 : Uhr Kaffeepause

16.30-17.15 Uhr : Kirsten Tobler (Heidelberg) – Subscriptiones in karolingischen Codices
17.15-18.00 Uhr : Carmen Cardelle de Hartmann (Zürich) – Von Büchern zu Göttern. Theodulfs carmen 45
19.00 Uhr : Konzert – Stefan Morent und Ensemble Ordo Virtutum in St. Nazarius in Lorsch
20.30 Uhr : gemeinsames Abendessen (Palais von Hausen, Lorsch)

01. November 2012

2. Sektion: Wissensspeicher und Wissenssysteme
Leitung: Petr Sommer, Prag


09.00-09.45 Uhr : Michael Embach (Trier) – Die Bibliothek des Mittelalters als Wissensraum – Kanonizität und Mobilisierung der Strukturen
09.45-10.30 Uhr : Julia Becker (Heidelberg) – Präsenz, Normierung und Transfer von Wissen. Lorsch als ‘patristische Zentralbibliothek’
10.30-11.15 Uhr : Michael Kautz (Heidelberg) – Bibliotheca Laureshamensis – digital. Präsentation der virtuellen Lorscher Klosterbibliothek
11.15-11.45 Uhr : Kaffeepause

11.45-12.30 Uhr : Sita Steckel (Münster) – Von Buchstaben und Geist. Materialität und symbolische Überformung des gelehrten Schreibens bei Hrabanus Maurus
12.30-13.15 Uhr : Christoph Winterer (Mainz) – Überlegungen zum Profil der Mainzer Kirchenbibliothek in der Karolingerzeit
13.15-14.30 Uhr : Mittagspause

3. Sektion: Zeichen, Schriften, Artefakte
Leitung: Hermann Schefers, Lorsch

14.30-15.15 Uhr : Stefan Johannes Morent (Tübingen) – Neumenzeugnisse aus dem Kloster Lorsch
15.15-16.00 Uhr : Tino Licht (Heidelberg) – Beobachtungen zur Lorscher Schriftgeschichte in karolingischer Zeit
16.00-16.30 Uhr : Kaffeepause

16.30-17.15 Uhr : Natalie Maag (Heidelberg) – Alemannische Spuren in Lorsch
17.15-18.00 Uhr : Martin Hellmann (Wertheim) – Stenographische Technik in der karolingischen Patrologie
19.00 Uhr : gemeinsames Abendessen (Alleehotel Bensheim)

02. November 2012

4. Sektion: Träger und Akteure der karolingischen Klosterlandschaft 
Leitung: Stefan Weinfurter, Heidelberg


09.00-09.45 Uhr : Matthias Becher (Bonn) – Könige und Klöster in der Karolingerzeit
09.45-10.30 Uhr : Wilfried Hartmann (Tübingen) – Äbte und Mönche als Vermittler von Texten auf karolingischen Synoden
10.30-11.00 Uhr : Kaffeepause

11.00-11.45 Uhr : Steffen Patzold (Tübingen) – Bischöfe, Priesterbildung und das Kloster Lorsch: Zu den Grundlagen der karolingischen Correctio
11.45-12.30 Uhr : Florian Hartmann (Bonn) – Karolingische Gelehrte als Dichter und der Wissenstransfer am Beispiel der Epigraphik
12.30-13.00 Uhr : Zusammenfassung von Sebastian Scholz (Zürich)

Informations pratiques :
Karolingische Klöster. Wissenstransfer und kulturelle Innovation
31.10.2012-02.11.2012
Lorsch, Museumszentrum Lorsch, Paul-Schnitzer-Saal, Nibelungenstr. 35, 64653 Lorsch

Kontakt: 
Julia Becker
Historisches Seminar/SFB 933, Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
06221-543028
julia.becker@zegk.uni-heidelberg.de

Programm (PDF)

About RMBLF

Réseau des médiévistes belges de langue française
Cet article a été publié dans Colloque. Ajoutez ce permalien à vos favoris.