Journée d’étude – Kloster und Identität

Interdisziplinäres Kolloquium organisiert von der Fachkommission Geschichte Kloster Muri

24. Januar 2014
Universität Luzern, SOC Hörsaal 3.B47,
Frohburgstrasse 3, 6003 Luzern (Schweiz)

Innere und an sie herangetragene Krisenmomente sowie gesellschaftliche Herausforderungen gehören seit ihrer Entstehung zum Alltag monastischer Lebensformen. In ihrer äussersten Ausprägung konnten diese mit der Auflösung von Klöstern enden, in moderateren Formen einen Paradigmenwechsel in Bezug auf ihre innere Ordnung oder den weltlichen Bedingungen ihrer Existenz bedeuten. Immer jedoch waren Individuen als Einzelne und im Kollektiv mit einer Veränderung oder Neuordnung der Verhältnisse konfrontiert und in Bezug auf ihre Identität als Mitglieder einer klösterlichen Gemeinschaft und in ihrer Identifikation mit der monastischen Lebensform herausgefordert. Die interdisziplinäre Kolloquiumsreihe zu Klosterforschung widmet sich mit der nächsten Veranstaltung dem Thema monastische Identitäten. Dabei werden Biografien und Lebensverläufe von Individuen aber auch Identitätsbilder ganzer Klostergemeinschaften in den Blick genommen. Entwicklungen und Veränderungen der Selbst- und Fremdbilder verschiedener Epochen werden in Bezug zu gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ereignissen jeweiliger Lebenszeiten und -orten gesetzt. Der Bedeutung und dem Bedeutungswandel von Identitäten und Identitätsbildern wird dabei ebenso Rechnung getragen wie der teilweisen Diskrepanz zwischen Innen- und Aussenperspektive auf monastische Wesenseinheiten.

Die von der Fachkommission Geschichte Kloster Muri organisierte Kolloquiumsreihe startete 2013 dank Unterstützung des Graduate Campus Zürich mit einer Tagung zum Thema Kloster und Herrschaft an der Universität Zürich. Das diesjährige Kolloquium findet an der Universität Luzern statt und wird von der Stiftung Geschichte Kloster Muri getragen. Ziel ist es, den interdisziplinären und interuniversitären Austausch von Nachwuchsforschenden und Expertinnen und Experten zu fördern. Der gewählte Rahmen ist ideal, um Fragestellungen und Probleme von Qualifikationsschriften Fächer- und Epochengrenzen übergreifend zu diskutieren.

Das Programm:

Teil I : Varianten Biografischer Zugänge

9h00 : Kaffee und Gipfeli

09h30-9h45 : Prof. Dr. Markus Ries (Theologe/Kirchenhistoriker, UNILU) – Einführung
Moderation : Prof. Dr. Markus Ries

09h45-10h30* : Dr. Esther Vorburger-Bossart, lic. phil. Regula Schär (Kirchenhistorikerinnen, UNILU) – Biografische Einzelzugänge, Kollektive Identität: Religiöse Frauengemeinschaften der Ostschweiz im 20. Jahrhundert

10h30-11h15* : Dr. des. Myriam Rutschmann Unternährer (Erziehungswissenschaftlerin, UZH) – Biografische Geschlechter(re)konstruktionen katholischer Kongregationsschwestern
Moderation :   Prof. Dr. Martina Stercken (Historikerin/Mediävistin, UZH)

11h30-12h15* : lic. phil. Sybille Knecht (Historike-rin/Mediävistin, UZH) – Ausharren oder austreten? Lebenswege von Nonnen nach der Klosteraufhebung am Beispiel der Städte Zürich, Bern und Basel

12h15-12h45** : Vorstellungsrunde

Teil II : Innen-und Aussenperspektive

13h45-14h15 : Prof. Dr. Carola Jäggi, (Kunsthistorikerin, UZH) – Keynote Speech

14h15-15h00* :    Mag. M.A. Sebastian Mickisch (Kunsthistoriker, Technische Universität Dresden) – Innen und Aussen: Konstruktion und Symbolik von Grenz- und Schwellenräumen im mittelalterlichen Kloster
Moderation : Prof. Dr. Carlo Moos (Historiker/Neuzeit, UZH)

15h15-16h00* : lic. phil. Nina Caprez (Historikerin/Neuzeit, UNIFR) – Krisenzeit im Kloster Muri: Die Herausforderungen nach 1918 aus Innen- und Aus-senperspektive

16h00-16h45* : lic. phil. Annina Sandmeier-Walt (Historikerin/Neuzeit, UZH) – Die Aufhebung des Klosters Muri: Wandel von Wahrnehmung und Erinnerung

* 25 Minuten Präsentation gefolgt von 20 Minuten Diskussion
** nicht mehr als 5 Minuten pro Projekt

About RMBLF

Réseau des médiévistes belges de langue française
Cet article a été publié dans Colloque. Ajoutez ce permalien à vos favoris.