12.–14. September 2024
ABTEI MARIENSTATT
57629 Marienstatt
Über die Nachahmung Christi und der Heiligen versuchten Mönche und Nonnen in den Klöstern des Mittelalters, ein Leben der Selbstheiligung zu führen, welches ihnen entlang der via perfectionis den Himmel erschließen sollte. Nicht alle aber wollten, konnten oder durften so leben. Dies gilt gerade für die wohl größte Gruppe der mittelalterlichen Klosterleute, nämlich die Konvers:innen. Nicht wenige mittelalterliche wie moderne Denk- und Interpretationsmuster wiesen diesen Laienbrüdern und Laienschwestern die Funktion arbeitender, den Konvent unterstützender Analphabeten zu, und doch waren sie – als Strukturmerkmal religiösen Lebens – so viel mehr.
Der Workshop stellt dieses hochkomplexe Phänomen systematisch komparativ in verschiedene kulturelle Kontextzusammenhänge, wie Sozialisation, Recht, Wirtschaft, Gender, Heiligkeit, Zeichenhaftigkeit und Kunst.
Ziel des Workshops ist zugleich die Konstituierung eines Netzwerkes von Wissenschaftler:innen mit verschiedenen Forschungsansätzen, die sich gegenseitig inspirieren und zur weiteren Entschlüsselung des‚Konversenkultur‘ und ihres ‚Sitzes‘ im religiösen Leben beitragen können.
Programme :
Donnerstag, 12. September 2024
14:30 Registrierung und Stehkaffee
15:00 Begrüßung und Einführung
Grußwort : P. Benedikt Michels OCist
Grußwort und Einführung in die Tagung : Jörg Sonntag (Dresden)
SEKTION I
Fundamentals: Ursprünge und Hintergründe des Konserveninstituts im Mittelalter
15:30 Before the lay brothers. Social diversity and functional stratifications in tenth- and early eleventh-century monasticism – Steven Vanderputten (Gent)
16:15 Innere und äußere Beweggründe einer conversio mit Beispielen einzelner Biographien aus Schweizer Männerabteien – Guido Gassmann (Luzern)
17:30 Vesper
18:00 Abendessen im Gästehaus
18:45 Bibliotheksführung
Freitag, 13. September 2024
06:10 Laudes und Messe
08:15 Frühstück
SEKTION II
Zisterziensische Konserven:
Tätigkeitsfelder, Bildung und Heiligwerdung
09:00 Von Weinzapfern und Webern. Die Marienstatter Konversen bis zur Säkularisation – Christian Hillen (Köln)
09:45 Von Mund zu Ohr und Feder. Wissensvermittlung im Umfeld zisterziensischer Konversen – Julia Bruch (Köln)
10:30 Kaffeepause
10:45 Warum werden Konversen als heilig verehrt? Ein Werkstattbericht zum „Dictionary of Cistercian Saints“ mit Beispielen der Abtei Himmerod – Jörg Sonntag (Dresden) / Thomas Richter (Aachen)
12:00 Mittagessen
13:30 Orgelkonzert
SEKTION III:
Konversinnen: Autoritäten, Rituale und Sozialstrukturen
14:15 Viventes non secundum statuta conversarum ordinis, sed secundum statuta abbatisse. Lebensweisen von Konversinnen in Zisterzienserinnenklöstern – Margit Mersch (Bochum)
15:00 Nonnen, aber keine Bräute Christi. Professriten der Konversinnen im Spätmittelalter im Vergleich – Emma Gabe (Toronto)
15:45 Kaffeepause
16:15 Zur Rolle der Konversinnen in süddeutschen Frauenkonventen des späten Mittelalters – Maria Magdalena Rückert (Ludwigsburg)
17:30 Vesper
18:00 Abendessen im Brauhaus
Samstag, 14. September 2024
06:10 Laudes und Messe
08:15 Frühstück
SEKTION IV:
Das Konverseninstitut im Prisma der mittelalterlichen Ordenswelt
09:00 Ordensleben zwischen kartäusischer und zisterziensischer Tradition: Die Konversen der Cauliten im 12. und 13. Jahrhundert – Ingolf Esser (Aachen)
09:45 Kontroverse Erinnerung: Kleriker und Konversen in den narrativen Texten des Grandmontenserordens (12.-14. Jahrhundert) – Daniela Hoffmann (Dresden)
10:30 Kaffeepause
10:45 Almosenfahrt und Krankenpflege. Das laikale Element im Antoniterorden – Nathalie Schmidt (Dresden)
11:30 Ein Cursus honorum? Zum Verhältnis von Konverseninstitut und Drittorden bei den Dominikaner:innen – Adrian Kammerer (Göttingen)
12:15 Mittagessen
Source : H-Soz-Kult







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