Um Vertrauen und Solidarität zu schaffen und die Bevölkerung zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit zu bewegen, banden die Städte von Konstanz bis Straßburg im Spätmittelalter Bürger und andere Einwohner in Eidesbeziehungen ein. Die Untersuchung der Eidesrituale zeigt zwar, dass die Stadt keine conjuratio gleichberechtigter Bürger, sondern eine stark hierarchisch strukturierte Gesellschaft war. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Eid seine Bedeutung verloren hätte. Indem der Eid in den Kontext einer städtischen Kultur gestellt wird, die von kirchlichen und kaiserlichen Gesetzen und Praktiken geprägt war, und indem untersucht wird, wie er sich in den umfassenden Prozess der Verschriftlichung städtischer Herrschaft einfügte, widerlegt dieses Buch die Vorstellung von seinem Niedergang und gibt ihm seine Plastizität und politische Wirksamkeit zurück.
Olivier Richard, geboren 1974, studierte Geschichte in Lyon, Paris und München. Nach seiner Dissertation über die Bürgermemoria im spätmittelalterlichen Regensburg, die er 2005 in Straßburg verteidigte, war er von 2008 bis 2016 maître de conférences an der Universität Haute-Alsace. 2015 habilitierte er sich an der Sorbonne über Eid und Stadtregierung am Oberrhein im Spätmittelalter. Nachdem er von 2016 bis 2023 eine Professur für mittelalterliche Geschichte in Straßburg innehatte, ist Olivier Richard seit Februar ordentlicher Professor für dasselbe Fach an der Universität Freiburg (Schweiz).
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Informations pratiques :
Olivier Richard, La ville jurée. Serment et gouvernement dans les villes du Rhin supérieur à la fin du Moyen Âge, Heidelberg, heidelberg University Publishing, 2026 ; 1 vol. 568 p. (Pariser Historische Studien, 130). ISBN : 978-3-96822-293-6. Prix : € 68,00.
Source : Heidelberg University Publishing







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