Colloque – Die Stadt im Schatten des Hofes? Bürgerlich-kommunale Repräsentation in Residenzstädten des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit

2. Symposium des Projekts „Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800)“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Akademie des Bistums Mainz, Erbacher Hof

Mit einer Residenzstadt verbindet man zumeist eine große Schlossanlage, fürstliche Bauten und Gärten, prächtige Plätze und Straßen sowie höfische Kunstsammlungen. Das urbane Gefüge steht ganz im ‚Zeichen‘ eines Fürsten und seiner Residenz. Die Architektur und Kunst der Kommune und ihrer Bürger tritt hingegen in den Hintergrund. Die Stadt bleibt im Schatten des Hofes geradezu unsichtbar. Doch ist diese von oben nach unten gerichtete Perspektive, die lange Zeit auch die Forschung bestimmte, nicht völlig verzerrt? Sind nicht gerade die kleineren und kleinsten Residenzstädte vielmehr durch das integrative und konkurrierende Verhältnis von Stadt und Fürst, Gemeinde und Hof, geprägt? Ausgehend von diesem Blickwechsel widmet sich das Akademieprojekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800)“ in seinem zweiten internationalen Symposium in dezidiert städtischer Perspektive der bürgerlich-kommunalen Repräsentation in europäischen Residenzstädten vom 14. bis zum frühen 19. Jahrhundert. In interdisziplinären Vorträgen werden vor allem die kulturellen Berührungen, Austauschbeziehungen und Konflikte von Stadt und Gemeinde mit dem Stadtherrn und dessen Hof ausgelotet. Dabei interessieren besonders visuelle, materielle, textuelle und performative Formen, Praktiken und Medien bürgerlich-kommunaler Selbstdarstellung sowie deren Produzenten, Vermittler und Adressaten. In vier Sektionen ist der Blick auf den Stadtraum und die Stadtgestalt, auf Bauwerke, Plätze, Gärten und deren Ausstattungen, auf Aktions- und Handlungsräume sowie auf einzelne Bilder, Texte und Objekte gerichtet.

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Programme :

Donnerstag, 14. September 2017

14:00-15:00 Uhr : Registrierung

15:00-15:15 Uhr : Peter Reifenberg (Mainz) / Gerhard Fouquet (Kiel): Begrüßung

15:15-15:30 Uhr : Matthias Müller (Mainz): Einführung

SEKTION 1: DIE RESIDENZSTADT UND IHRE AUSSENRÄUME
Moderation: Konrad A. Ottenheym (Utrecht)

15:30-16:15 Uhr : Insa Christiane Hennen (Halle-Wittenberg): Residenz – Universitätsstadt – Schauplatz der Reformation: Das Stadtbild Wittenbergs im 16. Jahrhundert
16:15-17:00 Uhr : Ulrich Schütte (Marburg): Der Raum im Schatten des Herrschers. Die ‚leere‘ Esplanade zwischen Stadt und Zitadelle
17:00-17:30 Uhr : Kaffeepause

17:30-18:15 : Brigitte Sölch (Florenz/Bochum): Ferrara, Mailand, Rom: Das „Forum“ im Spannungsfeld politischer Raumbildungsprozesse im 15. und 16. Jahrhundert

18:15-19:00 Uhr : Stefan Schweizer (Düsseldorf): Im Schatten der Hofgärten? Das Problem der bürgerlichen Gartenkultur in Residenzstädten

19:30 Uhr : Empfang im Erbacher Hof (für geladene Gäste)

Freitag, 15. September 2017

SEKTION 2: DIE RESIDENZSTADT UND IHRE INNENRÄUME
Moderation: Andreas Tacke (Trier)

09:15-10:00 Uhr : Inga Brinkmann (Marburg): Bürgerliche Repräsentation im residenzstädtischen Kirchenraum

10:00-10:45 Uhr : Elke Valentin (Stuttgart): Geteilte Räume, geteilte Objekte? Porträts, Waffen und Kunst in Universität, Rathaus und beim Tübinger Schlosshauptmann Nikolaus Ochsenbach
10:45-11:15 Uhr : Kaffeepause

11:15-12:00 Uhr : Gabriele Beßler (Stuttgart): An den Rändern fließend: Städtisch-höfische (Kunst-)Sammlungen in Residenzstädten – Versuch einer Fokussierung
12:00-12:45 Uhr : Berit Wagner (Frankfurt am Main): Kontaktzonen: Residenz, Residenzstadt und Kunsthandel

12:45-14:15 Uhr : Gemeinsames Mittagessen im Erbacher Hof

SEKTION 3: DIE RESIDENZSTADT ALS AKTIONS- UND HANDLUNGSRAUM
Moderation: Harriet Rudolph (Regensburg)

14:15-15:00 Uhr : Krista De Jonge (Leuven): Räumliche Repräsentation zwischen Stadt und Hof in den Niederlanden des 16. Jahrhunderts. Der Casus Brüssel

15:00-15:45 Uhr : Ariane Koller (Bern): Performativität und Materialität geteilter Macht. Die Delfter pompa funebris für Wilhelm von Oranien (1533–1584) und die Memorialkultur der niederländischen Statthalter
15:45-16:15 Uhr : Kaffeepause

16:15-17:00 Uhr : Sebastian Fitzner (Berlin): Grundsteinlegungen als mediale Akte kommunal-höfischer Repräsentation in Residenzstädten

17:00-17:45 Uhr : Stefan Bürger (Würzburg): Die Werkmeister und ihre Wohnhäuser. Architekten in den Amts- bzw. Residenzstädten Pirna und Halle/Saale als Akteure zwischen Hof und Stadt (1500 bis 1555)
17:45-19:00 Uhr : Sitzung der Leitungskommission

19:30 Uhr : Abendessen im Restaurant „Heiliggeist“

Samstag, 16. September 2017

SEKTION 4: DIE RESIDENZSTADT IM SPIEGEL VON BILDERN, TEXTEN UND OBJEKTEN
Moderation: Stephan Hoppe (München)

09:15-10:00 Uhr : Birgitt Borkopp-Restle (Bern): Textilien in der höfischen Repräsentation – ein Handlungsfeld für die Städte
10:00-10:45 Uhr : Elisabeth Gruber (Salzburg/Krems): Objekte bürgerlich-adeliger Repräsentation in den Residenzstädten des Herzogtums Österreich: Wien, Wiener Neustadt, Graz und Linz
10:45-11:15 Uhr : Kaffeepause

11:15-12:00 Uhr : Ines Elsner (Berlin/Göttingen): Quid pro Quo?! Huldigungssilbergeschenke der (Residenz-)Städte Lüneburg, Celle, Hannover und Göttingen an die Welfen des Neuen Hauses Lüneburg 1562–1706
12:00-12:45 Uhr : Torsten Fried (Schwerin/Greifswald): Bilder aus Texten. Mecklenburg-Schweriner Residenzstädte in Briefen und Reisebeschreibungen am Ende des Alten Reiches
12.45-14:00 Uhr : Gemeinsames Mittagessen im Erbacher Hof

14:00¬-16:00 Uhr : Christian Katschmanowski (Bruchsal): Stadtführung durch die ehemalige Residenzstadt Mainz
oder
Felicitas Janson (Mainz): Führung durch den Hohen Dom St. Martin zu Mainz

16:30-18:30 Uhr : Arbeitsstellenbesprechung

19.00 Uhr : Ende

Informations pratiques :

TAGUNGSORT
Erbacher Hof
Akademie & Tagungszentrum des Bistums Mainz
Grebenstraße 24–26
55116 Mainz

ANMELDUNG
E-Mail: ebh.akademie@bistum-mainz.de
Telefon: +49 (0)6131.257-550 / -551 (ab 07.08.2017)

TAGUNGSKOSTEN
Tagungsbeitrag (inkl. Kaffeepausen und Tagungsgetränke): 27 Euro
für Studierende (bis 27 Jahre): 10 Euro
Verpflegungspauschale (zwei Mittagessen): 27 Euro
Verpflegungspauschale (zwei Abendessen): 19 Euro
Übernachtung (inkl. Frühstück) im EZ pro Nacht: 55 Euro
Übernachtung (inkl. Frühstück) im DZ pro Nacht: 74 Euro

KONTAKT & INFORMATION
Sascha Winter M.A.
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Projekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)“
Arbeitsstelle Kiel
c/o Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft
Jakob-Welder-Weg 12
55128 Mainz
Telefon: +49 (0)6131.39-29390
E-Mail: sawinter@uni-mainz.de

Source : ArtHist

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Réseau des médiévistes belges de langue française
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