Colloque – Representations of Prince-Bishops in the Late Middle Ages and Early Modern Times

Zum 800-jährigen Bestehen der Veste Oberhaus steht die Entwicklung der mittelalterlichen Burg zur fürstbischöflichen Residenz- und Festungsanlage im Mittelpunkt. Im Jubiläumsjahr 2019 werden die Forschungsergebnisse des EU-Projekts ViSIT zur Bau- und Burggeschichte den Besuchern präsentiert.

Als Auftakt zum Jubiläumsjahr widmet sich die Tagung Repräsentations- und Inszenierungsstrategien geistlicher Herrscher vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Diese spiegeln sich in der veränderten Funktions- und Nutzungsgeschichte von Burganlagen wieder, die zu Residenzen und/oder Festungsanlagen ausgebaut wurden. Dabei bildeten sich im Alten Reich seit dem 16. Jahrhundert Residenzenlandschaften heraus, in der Burgen, Residenzen, Jagd- und Lustschlösser zu einem elaborierten System fürstlicher Herrschaftspräsentation formierten. Diesen Entwicklungen in der Inszenierung fürstlicher Macht geht die Tagung anhand der geistlichen Fürsten im süddeutschen Raum zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit nach.

Dabei stehen folgende Forschungsfragen im Mittelpunkt der zweitägigen Tagung: Welche Möglichkeiten hatten die Fürstbischöfe ihr Herrschaftsamt in der Architektur zu visualisieren? Inwiefern orientierten sie sich architektonisch an den weltlichen Herrschern? In welchem funktionalen Verhältnis stehen Burgen, Residenzen, Jagd- und Lustschlösser hinsichtlich ihrer Nutzung zueinander und bilden dadurch eine Residenzenlandschaft aus? Welche architektonische Infrastruktur (Treppen, Kapellen, Repräsentationsräume und Raumfolgen, Gärten etc.) benötigte ein geistlicher Fürst? Wie und in welcher Form mussten die Burganlagen verändert werden, um sie als repräsentativen Wohnsitz weiter nutzen zu können?

kath

Programme :

Friday 5 October 2018
Veste Oberhaus, Tagungsraum

12:30 – 13:00 Uhr Get together

13:00 – 13:30 Uhr : Begrüßung durch Oberbürgermeister Jürgen Dupper (Stadt Passau)

Sektion 1: Fürstbischöfliche Herrschaftsinszenierung im Schlossbau
Sektionsleitung: Herbert W. Wurster (Verein für Ostbairische Heimatforschung e.V.)

13:30 – 14:00 Uhr :Verena Friedrich (Universität Würzburg): “…weilen derselbe die neüe haubdtstiegen herauff geführet worden…” – Zum Empfangszeremoniell am fürstbischöflichen Hof zu Würzburg
14:00 – 14:30 Uhr : Sebastian Karnatz (Bayerische Schlösserverwaltung, München): Götterhimmel und Kaiserporträts – das gemalte Regierungsprogramm der Bamberger Fürstbischöfe
14:30 – 15:00 Uhr : Angelika Dreyer (Ludwigs-Maximilians-Universität München): Erratne Erath? Fürstbischof Johann Philipp von Lamberg, Augustin Erath und die Freskomalerei am Passauer Hofe
15:00 – 15:30 Uhr Kaffeepause

Sektion 2: Innenausstattung als Medium der Herrschaftsinszenierung
Sektionsleitung: Jörg Trempler (Universität Passau)

15:30 – 16:00 Uhr : Wolfgang Wüst (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): Repräsentation im Inneren – Inventare als Schlüssel zum fürstbischöflichen Lifestyle. Studien zum Hochstift Augsburg
16:00 – 16:30 Uhr : Raphael Beuing (Bayerisches Nationalmuseum, München): Prunkharnische und ihre Verwendung an fürstbischöflichen Höfen. Das Beispiel der Harnischgarnitur des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau
16:30 – 17:00 Uhr : Florentina Johanna Woschitz, Vera Ulrike Palm (Salzburg): Macht, Pracht – neu gemacht? Restaurierung im Spannungsfeld zwischen Vermittlung ursprünglicher Intention und Erhaltung eines stark überarbeiteten Zustandes
17:00 – 17:30 Uhr : Heiko Laß (Ludwigs-Maximilians-Universität München): Die Jagdschlösser der Fürstbischöfe im Alten Reich

ABENDVORTRAG
Veranstaltungsort: Heilig Geist Kirche

19:00 – 20:00 Uhr : Malte Rehbein (Universität Passau): Vom Kulturraum zum vernetzten Wissen: Museum und Universität im Projekt ViSIT

Saturday, 6 October 2018 : Veranstaltungsort: Veste Oberhaus, Tagungsraum

Sektion 3: Die geistlichen Kurfürsten – Repräsentation und Inszenierung
Sektionsleitung: Ludger Drost (Universität Passau)

9:00 – 9:30 Uhr : Jens Fachbach (Trier/Koblenz): „Schönheit ohne Ziererei“ und „Pracht ohne Prunk“ – Das Koblenzer Schloss als Residenz des aufgeklärten geistlichen Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739-1812)
9:30 – 10:00 Uhr : Marc Jumpers (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München): Die Baupolitik der wittelsbachischen Kurfürsten in Kurköln anhand der Quellen
10:00 – 10:30 Uhr : Georg Peter Karn (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesdenkmalpflege): Martinsburg und Kurfürstliches Schloss – die Mainzer Residenz zwischen Konzept und Kontinuität
10:30 – 11:00 Uhr Kaffeepause

Sektion 4: Das Hochstift Passau – Repräsentation und Inszenierung des Fürstbischofs
Sektionsleitung: Matthias Koopmann (Universität Passau)

11:00 – 11:30 Uhr : Stephan Hoppe (Ludwigs-Maximilians-Universität München): Die europäischen Dimensionen des Schlossbaus als Medium der fürstbischöflichen Selbstdarstellung im 15. Jahrhundert
11:30 – 12:00 Uhr : Marina Beck (Oberhausmuseum Passau / Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): Die Bau- und Funktionsgeschichte der Veste Oberhaus. Neue Forschungsergebnisse aus dem EU-Projekt ViSIT
12:00 – 12:30 Uhr : Nicole Riegel (Universität Würzburg): Funktionale Struktur und Raumausstattung der Passauer Veste Oberhaus um 1500. Fragen und Hypothesen

12:30 – 13:00 Uhr : Abschlussdiskussion

13:00 – 14:00 Uhr Mittagessen
14:00 – 15:00 Uhr optional: Führung durch die Veste Oberhaus mit Marina Beck

Informations pratiques :

Passau, October 05–06, 2018

How to book: Eine verbindliche Anmeldung zur Tagung bzw. zum Abendvortrag wird unter museumskasse@passau.de oder +49 851 396800 erbeten. Die Teilnahme an der Tagung und des Abendvortrags ist kostenfrei.

Source : Oberhaus Museum – Passau

A propos RMBLF

Réseau des médiévistes belges de langue française
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