Colloque – Border Crossings and Interaction: Latin and the Vernacular in Late Medieval Theology and Piety (1300–1500)

Border Crossings and Interaction: Latin and the Vernacular in Late Medieval Theology and Piety (1300–1500). Annual Conference of the International Society for the Study of Medieval Theology, June 18-20, 2026, University of Muenster (Westphalia, Germany)

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Erforschung des Verhältnisses zwischen Latein und den Volkssprachen im späten Mittelalter immer mehr an Bedeutung gewonnen, etwa im Hinblick auf das Verhältnis von lateinischer und deutscher Sprache in unterschiedlichen Textgattungen zwischen 1100 und 1500. Auch volkssprachliche Erbauungsliteratur und Predigten sowie Bibelübersetzungen wurden in den sprach- und literaturwissenschaftlichen Teildisziplinen der Mediävistik erforscht und ediert. Vor diesem Hintergrund möchte die IGTM-Tagung 2026 sich in spezifisch theologischer Perspektive des Verhältnisses von Latein und Volkssprachen im Spätmittelalter (1300–1500) annehmen. Der Fokus liegt dabei auf wissenschaftlichen und populär(wissenschaftlich)en theologischen Texten des 14. und 15. Jahrhunderts in der Interaktion von Latein und Volkssprache: Als Teil des gelehrten Diskurses sind theologische Schriften in der Regel in lateinischer Sprache verfasst und entstehen im universitären wie monastischen Kontext. Mit der wachsenden Bedeutung der nicht-lateinkundigen Laien und ihrer Forderung nach Teilhabe werden ab dem 14. Jahrhundert theologische Traktate in Volkssprache übersetzt, und für Laien werden volkssprachliche theologisch-katechetische und erbauliche Texte verfasst. Die Tagung möchte solche lateinischen und volkssprachlichen Texte näher betrachten, wenn möglich, unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Ursprungstext und Übersetzung/Übertragung, die darin greifbare Theologie/Philosophie und Frömmigkeitsaspekte erhellen und nach angemessenen Kategorisierungen suchen.

Weitere Informationen: https://medievaltheology.org/index1.php?id=4.

Anmeldung bis 1. Juni 2026 über den Registrierungs-Link: https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=w_JsJ17RRUKhBa7_7lSgC9VL3ME-U4RFpk6QJXTKJ19UM05ESVFXTFA1UVJRQjlSVlBTOTgzRFhUNyQlQCN0PWcu.

Programme :

Donnerstag 18. Juni – Thursday, June 18, 2026

15.00 Begrüßung / Welcome Address

15.30 Volker Leppin: Das Sakrament verstehen. Eucharistie in volkssprachlichen Texten des späten Mittelalters

16.00 Eva Schaten: Volkssprachliche Irrtümer in lateinischen Irrtumslisten

17.00 Görge Hasselhoff: „Die meister sprechent“ – Lateinischer Bibeltext und Pariser Theologie in Meister Eckharts Predigten

17.30 Luciano Micali: Latin as an Instrument of Theological Control in the Thought of Jean Gerson

18.00 Dorota Rojszczak-Robińska: From Scholastic Treatise to Vernacular Narrative: Medieval Latin Theology in Old Polish Apocrypha

19.00 Empfang – Conference Reception

Freitag, 19. Juni – Friday, June 19, 2026

9.00 Earl Jeffrey Richards: Jean Gerson and Christine de Pizan on the Immaculate Conception: The Mariological Challenges for a Vernacular Female Author

9.30 Constant Mews: A Dominican critique of the Immaculate Conception from the time of Gerson and Christine de Pizan and its patristic sources

10.30 Fabian Andre: Die Unbefleckte Empfängnis in lateinischer und deutscher Literatur um 1500

10.30 Markus Bürscher: Deutschsprachige Professurkunden des Benediktinerstifts Seitenstetten – zu Funktion und Bedeutung der Volkssprache im monastischen Kontext

11.00 Philipp Stenzig: Lateinische und niederdeutsche Fassungen des ‘Officium parvum de beata Maria virgine’

11.00 Richard Norton: Why did Nicholas Love (died c. 1424) Choose to Write in the Vernacular? The Role of Imagination, Memory and Prayer in the Transmission of his The Mirror of the Blessed Life of Jesus Christ

11.30 Mitgliederversammlung – General Assembly of the IGTM

15.30 Charles Caspers: Praying in two languages: A Consideration of the Prayer Behavior of Clergy, Religious, and Laity in the Late Medieval Low Countries

16.00 Barbara Müller: Von der theologischen Autorin zur Heiligen. Texte von und über Birgitta von Schweden in den spätmittelalterlichen Andachtsbüchern aus dem Hamburger Beginenkonvent bei St. Jacobi

17.00 Jan Klok: Das religiöse Leben in ‚niederländischen‘ Sammelhandschriften

17.30 Ingo Klitzsch: Religiös-pädagogische Verdichtung und Erbauung zwischen Volkssprache und Latein in der Devotio Moderna: Das Exercitium devotum von Johannes Kessel

18.00 Conference Dinner

Samstag, 20. Juni – Saturday, June 20, 2026

9.30 Ulrike Treusch: Fließende Übergänge zwischen Latein und Volksprache? Thomas Peuntners (1390-1439) Beichtbüchlein

10.00 Detlev Kraack: Der Kodex des Franziskaners Lütke Namens (1497-1574): Übersetzung (Gerson, Thomas von Kempen, Heinrich Seuse) und Neuschöpfung geistlicher Lektüre

10.45 Maria Theresa Weidinger: Metamorphe Gottesbotschaften? Lateinische und volkssprachliche Himmelsbriefe

10.45 Alexander Heindel / Michael Lebzelter: Latin and Vernacular in narrative contexts. Germanistic and theological in-sights on transfers of language in religious short stories

11.15 Christian Strunk: Der Ruf des Adlers. Johanneische Stimmwelten in der Apokalypse Heinrichs von Hesler

11.15 Svenja Sophie Krause: Sibilla hait gesprochen. Weibliche Prophetie in einem Lied des Spätmittelalters

11.45 Abschluss-Diskussion – Final Discussion

12.30 Ende der Konferenz – End of the conference

Kontakt

Ingo Klitzsch: ingo.klitzsch@uni-muenster.de
Ulrike Treusch: treusch@fthgiessen.de

Source : H-Soz-Kult

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Réseau des médiévistes belges de langue française
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